Pragel Schweizer Passstrassen auf www.schweizerseiten.ch
Pragelpass   Pragel

 
Passhöhe: 1550 m
Steigung: 18 %
Passlänge: 35 km zwischen Hinterthal (SZ) und Glarus (GL)
Verbindung der Täler:
Verbindung der Kantone oder Länder: Schwyz (SZ) und Glarus (GL)
Fahrstrasse seit:
Fotogalerie:
Zeittafel:

Strassenzustand Pragel   Entstehung der Alpen
 

Der Pragelpass
Protocolum“
Ein Blick auf ein mal
erisches Gebäude, das eigentlich wie ein Bauernheimetli (Bauernhof)  aussehen würde, wäre nicht ein  quergestelle Kirche angefügt: das Franziskanerinnenkloster, das schon im 13. Jahrhundert bestand.
 An seiner Ostwand hängt eine Tafel mit der Inschrift:
„Quartier des Generalismus Suworow 28.-30. September 1799“
 


 

Begegnung der Urwelt
Vom breiten Muotataler Boden, in dem sich vier Bergbäche treffen, geht es in einer sanften Kurve zum Weiler Höllbach empor. Der Name lässt uns stutzen – und plötzlich kommt uns die Erinnerung, dass ja in dieser Gegend der Eingang zum berühmt-berüchtigten Höllloch ist, einer Kartsthöhle, von welcher schon  vor einigen Jahren unterirdischen Gänge, vermessen wurden und noch ist kein Ende abzusehen. Vermutlich handelt es sich um die weitläufigsten Höhlengänge Europas, wenn nicht der Welt. Sie sind unter den seltsamen Kalkverflachungen südlich des Pragelpasses entstanden, auf Silberen, Twärenen, Bödmeren, Charetalp und Glattalp. Wer im Spätsommer  durch die unwirtliche Gegend streift, wird alle Mühe haben, sich in den von Spalten und messerscharfen Gräten  durchzogenen Karrenfeldern zurechtfinden. Nirgends ein fröhlich plaudernder  Bach, kaum irgendwo ein klägliches Pflanzenbüschel in einer Mulde. Wer aber ohne Kompass in den Nebel gerät, tut sich schwer, einen gangbaren Ausweg zu finden. – Durch die Risse und abgründigen Schlote dieser imposantesten Karrenfläche der Schweiz sickert das Wasser in die Unterwelt. Man hat berechnet, dass hundert Liter  Wasser etwa fünf Gramm Kalkgestein auflösen können. Seit Jahrmillionen ist dieses Werk im Gang. So kann sich niemand wundern, dass in den wirr verzweigten Gängen des Hölllochs Durchlässe von zehn Meter Höhe und zwanzig Meter Breite entstanden sind. Die Alpweiden beschränken sich hier auf einen schmalen Streifen zwischen den Felsabstürzen der Druesbergkette und den trostlosen grauen Karrenfeldern. Und irgendwo sucht  sich der Pragelpass empor und über die Schwelle zum Richisauer Klön – auch hier haben die Bergler mit ihrem Weideland über die Passhöhe gegriffen.
 

  
 

Fjord im Schweizerland
So haben weitgereiste Freunde den  Klöntalersee genannt, der schattendunkle unter den Abstützen der Glärnisch-Nordflanke ruht. Schon von der Richisauer Schwammhöhe aus weitet sich ein  wundervoller Blick. Kein Wunder, dass dort oben ein Kurhaus entstanden ist, schon deshalb, weil längst von Glarus aus ein Fahrsträsschen in die Höhe führt, während der Anschluss auf Schwyzer Boden bis vor kurzem auf Verwirklichen warten mussten. Wie aber lässt sich der „norwegische Fjord“ im Glarnerland deuten? Wer eine Landschaft zu „lesen“ versteht,  dem kann nicht entgehen, dass – vermutlich nach der letzten Eiszeit – aus dem Gelände  des Dejenstocks als Vorbastion des Wiggis ein mächtiger Bergsturz nieder ging und auf natürliche Weise ein Staubecken schuf: den Klöntalersee. Nachdem die Löntsch allmählich die Schuttsperre  immer tiefer durchgesägt hatte, sank der Spiegel des Sees nach und nach. Doch Zwischen 1904 und 1908 griffen die Menschen ein, schütteten am unteren Ende einen 22 m hohen Erddamm auf, stauten dadurch das Niveau und verlängerten so den 2,8 km langen See auf mehr als 5 km. Niemand kann sagen, dass das Landschaftsbild habe sich dadurch zu seinem Nachteil verändert, es wäre denn, es käme zur winterlichen Niederwasserzeit, wenn  Schlammränder den „Fjord“ ringsum garnieren. Das Nutzwasser jedoch fliesst erst durch einen Stollen und dann durch eine oberirdische Druckleitung auf die Turbinen des Kraftwerks in Nestal unten. Wie wichtig diese elektrische Energie für den weitgehend industrialisierten Kanton Glarus ist. bedarf keiner Erläuterung. Sommerlang
werden Sie am und über dem See Maler und Fotografen begegnen: Motive gibt es da wahrlich genug, obschon der Klöntalersee monatelang unter dem Schatten der Glärnischwände schläft.

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