Sattel Schweizer Passstrassen auf www.schweizerseiten.ch
Sattelpass

 

Passhöhe: 932 m
Steigung: 7 %
Passlänge: 33 km zwischen Arth (SZ) und Biberbrugg (SZ)
Verbindung der Täler:
Verbindung der Kantone oder Länder: Schwyz (SZ) und Schwyz (SZ)
Fahrstrasse seit: 1860
Fotogalerie:
Zeittafel:

Strassenzustand Sattel   Entstehung der Alpen
 

Über den Sattel

„… Da beschlossen sie zu bleiben,
erbauten den alten Flecken Schwyz
und hatten manchen sauren Tag, den Wald
mit weit verschlungenen Wurzeln auszuroden –„ 

So berichtet Werner Stauffacher, selber ein Schwyzer, in der Rütliszene von Schillers berühmten Drama “Wilhelm Tell“. Man mag  die Überlieferung von der Herkunft der Ersten Siedler aus Myhtenfuss „von einem grossen Volk, hinten nach Mitternacht“ als Sage bezeichnen – fest steht auf jeden Fall, dass die weitverstreuten Hofsiedlungen typisch alemannisches Gepräge tragen. Wie denn auch der verstorbene Kunstforscher Linus Birchler schreibt: „Die Landnahme der Alemannen teilte das Gebiet in Hundertschaften auf. Von Schwyz aus wurden Steinen, Brunnen und Muotatal alemannisiert, in welchen Gebieten die blonden und blauäugigen Menschen noch heute überwiegen“.
 

  

Der Flecken Schwyz
Wenn uns vor allem die verlockenden Routen interessieren, so möchten wir doch auch dem Hauptort des „Herzkantons der Eidgenossenschaft „ einige Sätze widmen. Es ist kein Zufall, wenn man vom eigentlichen Dorfmittelpunkt als „ besterhaltener barocker Platzanlage der Schweiz“ spricht. Nach den verheerenden Dorfbrand im Jahre 1642 erfolgte ein planmässiger Umbau, dessen architektonischer wie künstlicher Höhepunkt freilich die Pfarrkirchen St. Martin ist. Das zwischen 1769 und 1774 entstandene Gotteshaus gilt als „festlichste Pfarrkirche der Schweiz“; auch der Laie wird von der lichten Freundlichkeit dieses Bauwerkes beeindruckt werden. Der Gegenpol im Platzbild ist das Herrschaftliche Rathaus mit seinen Fassadenmalereien aus der Erntstehungsgeschichte der Eidgenossenschaft; der kleine Ratsaal Kassettendecke und dem prachtvollen Getäfer aus der Epoche der Renaissance eine wirkliche Kostbarkeit. Um das Dorfzentrum mit den zwei Klöstern fügt sich in überaus origineller Weise ein ganzer Kranz von Patrizierbauten mit Gärten. Bezeichnend ist die Tatsache, dass diese meist vom bedeutenden Von-Reding-Geschlecht geschaffenen Sitze unzweideutig mit den bäuerlichen  Heimen im Talboden von Schwyz verwandt sind und damit ihre altdemokratische Gesinnung bekunden.
 



Die Schlagstrasse hinauf
Die ungemein sympathische Aussichtsroute, die vom Kirchplatz direkt gegen Nordwesten abzweigt und auch von der Postautolinie nach Sattel-Oberägeri benützt wird, ist zwar erst um 1859/60 durchgehend eröffnet worden, während vorher der Umweg über Steinen in Kauf genommen werden musste. Die kurvenreiche Piste schenkt uns vor allem im Blick gegen links ein wunderschönes Panorama, das sich ständig erweitert. Der fruchtbare Talboden mit seinen  Obstbaumhainen, dem lieblichen Lauerzersee, dem  vielgestaltigen Rigimassiv und imponierenden Durchblicken  gegen die Urirotstockgruppe macht die Schlagstrasse zu einer wirklich lohnenden Traverse. Erst 300 Höhenmeter über dem Tal biegen wir gegen Norden ab, zweigen nach der Brücke über den Graben der Steiner Aa nach links ab und kommen über das Trassee der Südostbahn gegen den eigentlichen Sattel, einer durch die Natur vorgezeichneten Übergang ins Ägerital. Der Name könnte nicht besser sein: Die Einsenkung zwischen Chaiserstock und Morgarten ist wirklich ein Geländesattel.
 

Im Ägerital
Man sagt, Ägeri sei der älteste Kinderkurort der Schweiz und „als solcher auf der ganzen Welt bekannt“. Dies mag ein wenig übertrieben tönen; tatsächlich aber ist der zwischen  weiten Falten der Voralpen eingetiefte See samt seinem hügeligen Umgelände  um sein mildes, windgeschütztes Klimas willen beliebt.
Dies mag manchen zum geruhsamen  Verweilen verlocken.

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