Lac des Brenets im Jura auf www.schweizerseiten.ch
Lac des Brenets

 

Lac des Brenets
 

Der Lac des Brenets
In seltsamen Windungen gräbt sich der Lauf des Doubs ins Labyrinth der Juraketten und –
täler. Dort, wo auf französischem Boden seine Quelle entspringt, muss sich der junge Fluss zunächst  nach Osten wenden. Über weite Strecken bildet  er die natürliche Landesgrenze. Dann aber wechselt er bei Clairbief seine Nationalität, durchbricht beim Clos du Doubs die Gebirgskette und setzt angesichts des alten Städtchen St-Ursanne zur  grossen Kehrtwendung an, die ihn in sein Geburtsland zurückführt, wo er schliesslich als stattlichster aller  Juraflüsse sein Wasser der Saône zuführt.
Der Doubs  zeichnet sich aber nicht allein durch seinen eigenartigen verschlungenen Lauf aus, sondern auch durch die seltsamen Formen, die sein  Tal da und dort aufweist. Bein Grenzort  Les Brenets, nahe beim Uhrmacherort Le Locle, weitet sich der Fluss in der flachen Talmulde zu einem langgestreckten See, der weiter unten von annähernd 200 Meter hohen Kalkmauern umfangen wird. Einem wilden Hochgebirge würde eine derart  steinwandige Schlucht durchaus zur  Ehre gereichen. Allerdings wäre sie dort vom Rauschen des Wassers erfüllt, das sich in unermüdlichen Erosionsarbeit weiter in die harten  Felsen einfrisst. Hier jedoch fehlt diese Melodie. Ruhige spiegelt das Wasser die beklemmende Engnis  wieder. Nur das Gezwitscher der Vögel, teilweise  recht seltener Art, die auf schmalen Felsbändern nisten, unterbricht die Stille. Längst ist die Erosionsarbeit des Doubs vollendet. Sie liegt weit zurück, in einer bestimmten Phase der Gebirgsbildung, als der Fluss all seine Kraft zusammenraffte, um mit der Hebung des Gebirgskörpers Schritt zu halten. Auffallende Kerben im Fels, Strudellöcher und überhängende Wände lassen ahnen, wie sich das Wasser damals tosend und schäumend  fast senkrecht in die Kalkmassen eingrub und schliesslich die canonartige Schlucht hinterliess. Später ereignete sich bei Les Brenets ein Bergsturz, dessen  Trümmer den Fluss stauten und so entstand der stille See zwischen den Kalkwänden, deren  schimmerndes Weiss  durch Nadelgrün von Föhren und Tannen gedämpft wird. Über den Saut du Doubs, wo er sich über fast 30 Meter senkrecht hinabstürzt, überwindet der Fluss schliesslich die angehäuften Bergsturzmassen und verlässt die schönste Strecke seines Laufes. An Projekten, die im gewässerarmen Jura diesen See wirtschaftlich zu nutzen trachteten, fehlte es nicht. Glücklicherweise scheiterte jedoch bisher die Ausführung am beharrlichen Bestreben, diese einzigartige Landschaft unverändert zu erhalten.
 

Lac des Brenets

 

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