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Weihnachtsabend
Am
dunklen Fenster stand ich lang
Und schaute auf die weisse Stadt
Und horchte auf den Glockenklang.
Bis nun auch er versungen hat.
Nun blickt die stille reine Nacht
Traumhaft im kühlen Winterschein.
Vom bleichen Silbermond bewacht.
In meine Einsamkeit herein.
Weihnacht ! - ein tiefes Heimweh schreit
Aus meiner Brust und denk mit Gram
An jene ferne, stille Zeit.
Da auch für mich die Weihnacht kam.
Seither voll dunkler Leidenschaft
Lief ich auf Erden kreuz und quer
In ruheloser Wanderschaft
Nach Weisheit, Gold und Glück umher.
Nun rast' ich müde und besiegt
An meines letzten Weges Saum,
Und in der blauen Ferne liegt
Heimat und Jugend wie ein Traum. |
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Weihnacht
“In
Ost entstand ein schöner Stern
Und strahlt in Wolken in
die Fern.
Durch ihn hat Gott
geoffenbart,
Das uns Herr Christ
geboren ward.
Es naht, es naht die
grosse Zeit
Wo Christ, der Herre,
sich uns weiht,
Wo er uns löst von Sünd
und Not,
So durch sein Leben wie
im Tod”.
Der Kinderchor singt es
im Braus
Im Nachbarhof, im
Nachbarhaus;
Er singt reihum, dass
uns Herr Christ,
Der Weltenherr geboren
ist.
Ein
Gedicht der Dichterin
Mara Beltscheva, aus dem Buch
“Das Rosenland” !
Mara Beltscheva wurde 1868 in der Stadt Sewlijewo (Bulgarien) geboren. Als Gattin des
Ministers Christo Beltschev spielte die berauschend schöne Frau in der
bulgarischen Gesellschaft die erste Rolle. 1891 versuchten die politische Gegner
in den Strassen Sofias ein Attentat auf den damaligen Ministerpräsidenten Stambolov; die Kugeln trafen den Minister und Dichter Christo Beltschev. Da zog
sich Mara Beltscheva völlig von der Welt zurück. Sie lebte dann in Berlin und unter dem
Einfluss des Dichters Pentscho Slawejkov schrieb sie wunderschöne Gedicht. Gemeinsam
mit ihm hat sie Nietzsche übersetz.

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Die
heiligen drei Kön’ge
Die heiligen
drei Kön’ge aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
„Wo geht der Weg nach Bethlehem
ihr lieben Buben und Mädchen?“
Die Jungen und die
alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtet lieblich und heiter.
Der Stern bleibt
stehen über Josephs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Oechslein brüllte, das Kindlein schrie,
die heil’gen drei Könige sangen. |

ZUR KRIPPE |
Wiehnacht
Es jubelt,
singt und lüüchtet
zmittst i de Winternacht,
das hät mit synere Liebi
s lieb Jesuschindli gmacht.
Mer chnüüled zunem ane,
meer alli, gross und chly,
s will jedes nöch bym Chindli,
bym liebe Heiland, sy.
Gäll, Chindli, tuscht üs segne !
Bischt drom uf d Ärde cho.
Om dyni göttlich Liebi
sind au drei König froh.
Di chömed gschwind , wie d Hirte,
und geschwinder no als meer.
Au d Schöffli wend cho güggsle,
au s Eseli git der d Ehr.
Und Ängle hört me singe.
Wie fyrlech tönt dä Gsang !
Das Gloria freut und tröschtet
üs alli no recht lang.
Es jublet, singt und lüüchtet
zmittst i de Winternacht,
das hät mit synere Liebi
s lieb Jesuschindli gmacht.
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